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PÄDAGOGIK - DIPLOMARBEIT

© Marcel Maij, Wil SG, 1999


Musikunterricht | Die Gitarre im Unterricht

 

2. DIE GITARRE

 

2.1 Die Geschichte der Gitarre

Die Gitarre (von griechisch kythara) ist ein sehr altes Instrument (ca. 3000 Jahre) und stammt ursprünglich aus dem arabischen Kulturkreis. Sie wurde ca. im Jahre 700 nach Europa gebracht. Im 13. Jahrhundert verbreitete sich die Gitarre hauptsächlich von Spanien aus in den mitteleuropäischen Raum. Erst im Laufe der Zeit, das heisst im 18. Jahrhundert bekam sie die heutige symmetrische Form und sechs Saiten (siehe unten "Die Entwicklung der Gitarre). Anfangs dieses Jahrhunderts hatte die moderne Gitarre / Banjo (Blues, Jazz) die Rolle des Begleiters. Erst mit der Zeit kam es dazu, dass die Gitarre auch ein solistisches Instrument wurde. In der Zeit des Rock (60er und 70er Jahre) wurde die Gitarre wohl eines der wichtigsten Instrumente überhaupt. Es lässt sich nicht mehr von diesem Musikstil wegdenken. Die Gitarre mit all ihren technischen und musikalischen Möglichkeiten, ist seit den 50er Jahren nicht zuletzt auf Grund der Einflüsse aus den Stilbereichen Folklore, Pop, Jazz, Rock, usw. eines der beliebtesten Instrumente geworden.

 

2.2 Die Entwicklung der Gitarre

Um 1400 v. Chr. -- Relief von Höyük (Kleinasien). Älteste Darstellung eines gitarrenähnlichen Instrumentes Griechenland Kythara und Lyra, Phorminx, gezupfte Saiteninstrumente

Mittelalter -- verschiedene Lauteninstrumente in verschiedenen Formen und Stimmungen, von Arabien über Spanien nach Europa verbreitet.

Ab 1500 -- erste überlieferte Noten (Tabulaturen) für (Renaissance)Laute und Vihuela (ähnlich gestimmt wie die heutige Gitarre)

16. / 17. Jh. -- 4 chörige Gitarre (ein Chor meint ein Saitenpaar, die im Einklang oder in der Oktave gestimmt sind und so nahe beieinander liegen, dass sie immer zusammen gezupft werden)

Ab 1600 -- 5-chörige Barockgitarre

1700-1800 -- Barocklaute, neue Stimmung (D-Moll-Stimmung), sie verdrängte weitgehend die Stimmung der Renaissancelaute. Saitenzahl (bez. Chorzahl) stieg ständig bis auf 14 Chöre.

Ab 1800 -- 6 saitige Gitarre, zwar noch kleiner und leiser, grundsätzlich aber gleich wie eine moderne Konzertgitarre. Die Laute verschwindet weitgehend.

Ab 1900 -- Gitarren wurden etwas grösser, und die Saitenspannung wurde erhöht. Nylonsaiten ersetzen allmählich die ursprünglichen Darmsaiten. Parallel dazu wird auch die so genannte Westerngitarre entwickelt, die einen etwas längeren und schmaleren Hals hat und mit Stahlsaiten ausgerüstet ist.

Ab 1930 -- erste Elektrogitarren. Zum Durchbruch verhalf der Jazzgitarrist Charlie Christian.

Ab 1970 -- es werden immer neue elektronische Effektgeräte eingesetzt (Verzerrer, WahWah-Pedal etc.) In jüngster Zeit werden die Klänge auch immer mehr softwaremässig modifiziert, Programme sind in der Lage, jeden erdenklichen Klangeffekt zu erzeugen, und gewisse Gitarren zu simulieren. Durch neue Bauweisen werden auch die klassischen Gitarren im Ton lauter und voller, manchmal auch mit Tonabnehmern ausgerüstet.

Ab 1990 -- da das Einstiegsalter ins Gitarrenspiel immer mehr sinkt (schon ab 5 Jahren) werden von vielen Herstellern auch kleine Modelle mit der originalen Stimmung angeboten. Auch die Standardmensurlänge tendiert Richtung 63cm (früher 65cm).

20 Jh. -- neben der traditionellen klassischen Gitarre sind die verschiedensten Varianten in Gebrauch: die Westerngitarre mit schmalem Griffbrett und Stahlsaiten und verschiedene Sonderformen wie Oktavgitarre, Terzgitarre,10saitige Gitarre, doppelhalsige Gitarren etc.

 

2.3 Verschiedene Gitarrenarten

Ich möchte hier, die in unserem Kulturkreis am meisten bekannten Gitarrenarten, vorstellen.

 Die Klassische Gitarre (Konzertgitarre)

Diese Gitarre wird vor allem für Klassische Musik verwendet. Sie hat einen hohlen Resonanzkörper und sechs Saiten aus Nylon.

 

 Die Westerngitarre

Die Westerngitarre ist ähnlich wie die Konzertgitarre, ist jedoch etwas grösser und hat sechs Saiten aus Stahl (Es gibt sie auch mit 12 Saiten).

 

 Die E-Gitarre (elektrische Gitarre)

Die E-Gitarre hat im Gegensatz zu den anderen Gitarren einen soliden Körper (Solidbody), das heisst, sie hat keinen Resonanzkörper. Der Ton entsteht mittels eines Tonabnehmers, der die Schwingungen der Saite abnimmt und über einen Verstärker wiedergibt. Sie hat sechs Saiten aus Stahl.

 

 Halbresonanzgitarre (Jazzgitarre)

Die Jazzgitarre ist eigentlich eine Mischung aus der elektrischen und der Westerngitarre. Man kann die Jazzgitarre akustisch spielen oder auch verstärkt. Sie hat einen Resonanzkörper, Stahlsaiten und einen oder mehrere Tonabnehmer. Sie zeichnet sich durch einen sehr weichen und warmen Klang aus. 2.4 Beschreibung der Gitarre 2.5 Klangerzeugung Wie bereits erwähnt, hat die Gitarre einen Resonanzkörper (ausser der E-Gitarre). Der Klang wird durch das Zupfen der Saite erzeugt. Die Saite beginnt zu schwingen und der Resonanzkörper verstärkt diese Schwingung, so dass der Klang entsteht. Bei der E-Gitarre wird die Schwingung durch einen oder mehrere Tonabnehmer abgenommen und elektrisch durch den Verstärker wiedergegeben. Die Bünde verkürzen bei Fingeraufsatz die Saite um je einen Halbton.

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